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Vom Heizungsmonteur zum TV-Star – Tim Wilde (`WaPo Bodensee´): So flunkerte er sich in seine Karriere!

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Fotos: ©ARD / WAPO Bodensee / Opel

Exklusiv Interview

Vom Heizungsmonteur zum TV-Star – Tim Wilde (`WaPo Bodensee´): So flunkerte er sich in seine Karriere!

Bei der `WaPo Bodensee´ macht Tim Wilde so manchen Sünder dingfest – wussten Sie, dass er selbst einmal etwas flunkerte, um seine Karriere in Schwung zu bringen?
Und danach nahm auch sein Leben richtig Schwung auf, wie uns der markante Schauspieler im Exklusiv-Interview verriet!

Ihr Leben ist sehr aufregend verlaufen, sie haben Heizungsmonteur gelernt, wollten Marinetaucher werden, sind aus der DDR geflüchtet, hatten viele Jobs. Was war denn das wichtigste, was Sie aus all dem gelernt haben?

Dass man aus vielen schlechten Situationen, und auch aus schwierigen Zeiten gestärkt heraus gehen kann, wenn man mit erhobenem Kopf heraus geht und sagen kann: Ich habe es geschafft.

Und alle Jobs, die ich gemacht habe, haben mich irgendwie weitergebracht.

Nach meiner Flucht aus der DDR bin ich nach Frankfurt gekommen und habe als Altenpfleger gearbeitet. Ich habe das Altenheim im vergangenen Jahr sogar besucht. Damit hat alles angefangen. Das ist heute sehr modern und schön, viel heller als früher. Da würde ich sogar einziehen.

Wenn ich an alle meine Jobs denke, dann habe ich die vermutlich alle gemacht, um am Ende Schauspieler zu werden.

Egal, was ich jetzt spiele, ob es ein Arzt ist oder ein Kellner, ich habe mit vielen der Branchen schon einmal etwas zu tun gehabt, und das macht mich als Schauspieler dann eben auch authentisch.

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Könnten Sie sich vorstellen, einmal in einem Altenheim zu leben?

Solange ich mich selbst versorgen kann und vor allem solange die Altenpfleger so schlecht bezahlt werden, kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.

Das ist eine so harte und so wertvolle Arbeit, dass ich jemanden wirklich nicht zur Last fallen möchte.

Ich würde mich nicht einmal trauen, zu klingeln und zu fragen, ob mir jemand die Windel wechseln kann, weil die alle immer am Limit und total überfordert sind.

Sie verdienen so wenig Geld und haben so viel Verantwortung.

Unsere Politiker, unsere Verantwortlichen, wie z.B. Herr Spahn müssen sich wirklich schämen, dass diese Leute so schlecht bezahlt werden. Das ist einfach traurig.

Am Ende landen wir vielleicht alle da – aber ich möchte  nicht in einem Altenheim landen, weil die Leute alle so unterbezahlt sind, und sich nicht um die Menschen kümmern können.

Man kann dann nur hoffen, dass man dann an einen Menschen gerät, der den Job aus Berufung oder Idealismus macht.

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Sie sind 55 geworden – also Jahrgang 1966, aber bei Wikipedia sind Sie drei Jahre jünger, da steht Jahrgang 1969. Wie kam das?

Es ist natürlich völlig absurd. Warum sollte ich mich drei Jahre jünger machen? Ich habe keine Angst vor dem Alter. Und ob ich 52 bin oder 55, das verändert ja nichts.

Ich habe das damals gemacht, weil sie mich sonst an der Schauspielschule nicht angenommen hätten.

Ich war damals 27 Jahre alt, man wurde aber nur bis 24 genommen. Nach der Ausbildung bin ich dann zu Casting-Agenturen gegangen, und deshalb steht bei manchen noch das Geburtsjahr 1969 in den Dateien.

Haben Sie Ihren 55. Geburtstag ordentlich gefeiert?

Nein, ich habe in Österreich gedreht, hatte einen Nachtdreh für einen österreichischen Weihnachtsfilm, der heißt „White Christmas.“

Ein Film, mit dem typischen österreichischen Humor, den ich sehr mag.

So ein bisschen schwarzer Humor, ein bisschen Krimi, ein bisschen Komödie, da ist alles drin. Leider kommt er nicht diesen Jahr, sondern erst im nächsten Jahr heraus.

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Sie haben also dann am Set gefeiert?

Ich feiere meine Geburtstage eigentlich gar nicht mehr. Ich versuche sie komplett zu ignorieren. Ich mag es überhaupt nicht, wenn man im Restaurant sitzt und dann alle anfangen, „Happy Birthday“ zu singen. Das finde ich total unangenehm.

Eigentlich müsste man an diesem Tag ja eher meine Mutter feiern, weil die hat ja die ganze Arbeit geleistet an dem Tag.

Sie hatte den anstrengenden und den schmerzhaften Part dabei. Ich wurde an dem Abend also zum Set gefahren und sah, dass da zwei Flaschen Champagner lagen. 

Ich sagte dann laut zum Fahrer: „Nicht, dass die jetzt hier meinen Geburtstag feiern wollen, den feiere ich nämlich nicht.“ Der Regisseur hat dann zu allen gesagt: „Der Tim mag das nicht, bitte kein Wort sagen.“

Als es dann zwölf wurde, hatte ich trotzdem damit gerechnet, dass das „Happy Birthday“ kommt, doch es kam nichts. Und das fand ich dann auch blöd, dass mir keiner gratuliert hat. Das hat mich dann auch geärgert. Da habe ich gemerkt, dass ich doch damit kokettiere (lacht).

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Ihr neuester Film heißt „Plan A“, eine internationale Produktion. Wie war der Dreh?

Das war ein interessantes Projekt, ein Thrillerdrama, das unter anderem auch in Israel gedreht wurde. Ich war nicht in Israel dabei, habe in der Nähe von Nürnberg gedreht in einem ehemaligen Bergwerk. August Diehl, ein toller Kollege hat mitgespielt. Ich habe zum zweiten Mal in englisch gespielt, das war auch interessant.

Ich nehme seit zweieinhalb Jahren jeden Tag eine Stunde Englisch-Unterricht und da konnte ich mich wieder mal unter Beweis stellen.

Es geht um den Holocaust, eine wahre Geschichte, die der Opa des Regisseurs erlebt hat. Ich bin zum Glück aber kein Nazi in dem Film. Ich spiele einen ganz normalen Arbeiter in dem Film, der Mitläufer war – wie viele damals. Es ist ein tolles Projekt, bei dem ich mit stolz geschwellter Brust sagen kann: „Ich war dabei!“

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Sie spielen auch den Ermittler Paul Schott in „WaPo Bodensee“. Gibt es etwas das Sie mit Ihrer Figur gemeinsam haben oder sind Sie komplett unterschiedlich?

Ich glaube, ich wäre gerne wie Paul Schott, vielleicht wirke ich deshalb manchmal so – aber ich bin nicht so.

Er ist ein ziemlich cooler Typ, auch ziemlich emotional – damit versucht er zu haushalten, manchmal zeigt er aber auch seine Gefühle.

Wir beide haben schon einiges gemeinsam aber ich bin jetzt nicht der Typ, der die Türen eintritt. Aber ich wäre schon gerne wie er. Bevor er sagt: „Hände hoch“, liegt der Typ schon am Boden (lacht).

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Wie haben Sie das vergangene Jahr erlebt mit Corona?

Ich habe wieder einmal gemerkt und es sehr geschätzt, wie toll es ist, wenn man eine feste Rolle in einer Serie hat. Ich habe wirklich großartige Kollegen und Menschen gesehen, die plötzlich Hartz 4 beantragen mussten.

Das ist wirklich tragisch und man sieht dann eben auch, wie verwundbar wir alle sind. 

Auch, dass man dann nicht immer auf die Regierung hoffen sollte, und versucht, auch selbst etwas auf die Reihe zu kriegen. Auch in dem man demonstriert und für seine Rechte auf die Straße geht.

In so einer Zeit sieht man eben auch, ob eine Regierung etwas kann oder nicht.

Und die Bürger haben der Regierung bei der Wahl nun gezeigt, dass sie es nicht gut gemacht haben und sie zu Recht abgewählt.

Stimmt es, dass Sie sich wieder getrennt haben von ihrer Freundin Sandra?

Es ist immer ein bisschen schade, wenn man merkt, es hat etwas nicht funktioniert, nicht geklappt im Leben. Es hat nicht sein sollen.

Ich bin ja auch ein Gewohnheitstyp.

Ich esse jeden morgen das gleiche, ich mache die gleichen Dinge, wenn ich frei habe. Ich sehe es jetzt einfach als Neuanfang und schaue nach vorne.

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Was war denn der Trennungsgrund?

Ein Grund war sicherlich, dass wir uns nur sehr selten gesehen haben. Durch meine Rolle in „WaPo Bodensee“ lebe ich ja mehr oder weniger ein halbes Jahr am Bodensee auf der Halbinsel Höriund bin nicht in Berlin.

Dadurch blieben einfach viele Dinge auf der Strecke.

Ich hatte mal in einem Liebesfilm eine Szene gesehen, wo jemand nach seiner Traumfrau gefragt wurde. Er sagte, er glaubt, wir kämen alle als Atome auf die Welt, würden sofort nach der Geburt gespalten und wären fortan auf der Suche nach der anderen Hälfte.

Letztendlich war sie aber nicht die andere Hälfte des Atoms, auch wenn sie ein toller Mensch ist. Offenbar habe ich die andere Hälfte des Atoms noch nicht getroffen.

Wie kompromissbereit sind Sie in einer Beziehung?

Ich möchte einfach keine faulen Kompromisse eingehen. Aus Zwang möchte ich nicht mit jemandem zusammen sein. Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht. Und dann ist es besser und ehrlicher, sich zu trennen.

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Ich brauche viel Freiraum in einer Beziehung, bin auch gerne alleine mit mir.

Jeden Tag stundenlang aufeinanderglucken mit meiner Partnerin, das ist nichts für mich. Viele leben ja nicht nur zusammen, sondern arbeiten auch noch zusammen, verbringen den Urlaub gemeinsam.

Das wäre für mich absolut das Todesurteil der Beziehung. Eine Frau müsste vor allem auch tolerieren, dass ich für meinen Beruf so viel unterwegs bin.

Glauben Sie noch an die große Liebe?

Ja, ich glaube natürlich noch an die große Liebe. Das wäre ja traurig.

Wenn ich das nicht täte, dann könnte ich mich ja gleich in die Ostsee oder in den Bodensee stürzen.

Und wenn sie nicht in diesem Leben kommt, dann kommt sie eben im nächsten Leben. Irgendwann kommt sie.

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Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja, auf jeden Fall. Die Natur hat sich mit allem, was sie entwickelt hat, so viel Mühe gegeben, mit Blumen, Pflanzen, anderen Lebewesen.

Wieso sollte sie ausgerechnet uns, als höchste aller Schöpfungen so entwickeln, dass es nach einem einzigen kurzen Leben vorbei ist.

Es gibt ja auch dieses tolle Buch des Neurochirurgen Dr. Alexander Eben, „Blick in die Ewigkeit.“ Da berichtet er über seine Nahtoderfahrung. Er war klinisch tot und wurde nach wenigen Minuten zurückgeholt.

Er beschreibt auf der einen Seite die Sicht des Arztes und auf der anderen Seite, wie er das erlebt hat im Koma.

Wenn man das liest, danach glaubt man tatsächlich daran. Vielleicht ist es auch einfach die Hoffnung, dass es danach weitergeht, aber ich glaube fest an ein Leben nach dem Tod.

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Was macht Sie glücklich?

Ich bin glücklich, wenn auch mein Sohn glücklich ist. Wir fahren manchmal am Wochenende nach Rügen, da machen wir ein paar Tage Urlaub. Darauf freut er sich.

Seit er drei oder vier ist, fahren wir da regelmäßig hin und machen Männer-Abenteuer-Urlaub.

Dort gibt es noch das „Cliff-Hotel“, ein altes Ost-Hotel. Da sind unten Geheimgänge, da hat er total Spaß dran auch wenn er inzwischen 15 ist. Seine Augen leuchten jedes Mal, wenn ich ihm sage, wir fahren da hin. Das macht mich sehr glücklich.

Sie haben gerade das Opel Rocks-e-Fahrzeug getestet. Wie fährt er sich und wäre das nicht etwas für Ihren Sohn?

Das Auto fährt sich super. Ich bin ja nicht die Zielgruppe, finde das Fahrzeug aber für meinen Sohn sehr interessant. Der ist jetzt 15 und wenn seine schulischen Leistungen stimmen, dann darf er seinen Rollerführerschein machen. Der  Opel „Rocks-e“ ist auf jeden Fall eine Alternative. Ich fahre ja selber auch Roller und weiß, wie gefährlich das sein kann und wenn ich meinen Sohn dann in einem Fahrzeug mit vier Rädern sehe, dann geht es mir schon besser. Ich finde es auch cooler, weil einen Roller hat ja heutzutage jeder. Und parken kann man damit auch überall gut. Ich bin gespannt, wie Milo das Auto gefällt.

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Ihr Sohn lebt bei seiner Mutter – aber Sie sehen ihn regelmäßig…?

Ja, klar. Ich habe auch mit meiner Ex-Frau Viola noch ein tolles Verhältnis. Sie ist ja Hausärztin, und der Junge wird uns immer verbinden. Das ist wie ein gemeinsames Projekt.

Wir sind beide Projektleiter und wir kümmern uns gemeinsam.

Das funktioniert toll und war uns auch nach der Trennung sehr wichtig, dass wir immer beide für Milo da sind. Meine Ex-Frau war immer einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ich war viele Jahre mit ihr zusammen und wir haben uns geliebt.

Sie ist vielleicht nicht mehr die Frau, die ich damals kennengelernt habe. Und ich bin nicht mehr der Mann, den sie damals kennengelernt hat. Irgendwann ist es mit der rosaroten Brille eben vorbei.

Aber sie ist für mich nach wie vor einer der liebsten und wichtigsten Menschen, auch wenn wir als Paar nicht mehr zusammen sind.

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Sie leben ein halbes Jahr am Bodensee – auf der schönen Höri. Was macht das Leben dort aus?

Ich habe ja den direkten Vergleich zur Ostsee. Wäre die Ostsee am Bodensee, das wäre das Nonplus-Ultra. Der Bodensee ist wunderschön, aber er ist nicht die Ostsee. Das Riechen und Schmecken des Salzwassers ist noch einmal etwas anderes.

Würde mir aber jemand ein Haus schenken, an der Ostsee oder am Bodensee würde ich ohne Zögern an den Bodensee ziehen.

Allein aus dem Grunde, weil die Leute dort so unfassbar nett sind, und die Mentalität der Leute dort so toll ist, so herzlich. Wenn ich an die Ostsee fahre, merke ich, dass mich das vom Stress runterbringt.

Der Strand, das Geräusch der Wellen, der Geruch, das beruhigt mich. Aber wenn ich dann in einen Supermarkt gehe, bringen mich die Leute schnell wieder auf 180, weil sie so ruppig sind – und unfreundlich. Das passiert mir am Bodensee nicht. Ich mag es lieber etwas zu freundlich als unfreundlich.

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Zum Thema Auswandern haben Sie einmal gesagt: Wenn, dann auf die Schweizer Seite vom Bodensee – warum?

Ich würde, wenn ich mir über meinen Kontostand keine Gedanken machen müsste, tatsächlich gerne auswandern und dann nach Stein am Rhein ziehen, in die Schweiz.

Was wäre Ihr größter Wunsch?

Ich würde gerne mal zwei, drei Monate in die USA gehen, aber nicht nach New York, sondern lieber nach Kalifornien oder nach Florida, an den Strand.

Die Seele baumeln lassen, schauen, wie die Wellen sind, und dann surfen gehen.

Das fände ich richtig cool…

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