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Floriane Daniel ( „WaPo Bodensee“) – Ich wäre keine gute Polizistin!

Floriane Daniel
Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE

Exklusiv Interview

Floriane Daniel ( „WaPo Bodensee“) – Ich wäre keine gute Polizistin!

Als Wasserschutz-Kommissarin Nele Fehrenbach sorgt sie für Recht und Ordnung auf dem Bodensee. Privat dagegen, wäre sie überhaupt nicht für diesen Beruf geeignet. Warum das so ist – und welche brenzligen Situationen es bei den Dreharbeiten gab – verrät sie im Gespräch mit Reporterin Martina Mack.

Wären Sie selbst eine gute Polizistin?

Nein, ich wäre keine gute Polizistin. Ich bin überhaupt nicht gemacht für einen Beruf, bei dem man Verantwortung übernehmen muss. Ich möchte weder Lehrerin sein, noch Ärztin, Polizistin oder Kindergärtnerin. Berufe, die gesellschaftlich so einen hohen Stellenwert haben, wo man Entscheidungen treffen muss, das wäre nichts für mich. Alle Entscheidungen, die man in solchen Berufen trifft, auch als Lehrer können schwere Konsequenzen haben. Das möchte ich nicht. Wenn ich in meiner Rolle mal einen Fehler machen, dann finden das die Zuschauer vielleicht doof, aber ansonsten passiert nichts weiter.

Gab es in „WaPo-Bodensee“ auch mal brenzlige Situationen? Erinnern Sie sich an eine gefährliche Szene?

Wir hatten bei den Dreharbeiten schon zweimal brenzlige Situationen auf dem Wasser. Es passierte beide Male bei einem Nacht-Dreh. Mein Kollege und ich sollten mit dem Boot ans Ufer ran fahren und plötzlich standen wir bis zum Knie im Wasser. Irgendwie ist ganz viel Wasser ins Boot gelaufen. Wie das passieren konnte, keine Ahnung. Das war ziemlich gruselig. Das zweite Mal waren wir auch nachts mitten auf dem See. Ich drehte mich um und sah, wie es hinter mir rauchte, und zwar richtig. Wir dachten zuerst, der Motor brennt. Gott sei Dank war es das nicht, sondern jemand hatte einen sehr heißen Brenner auf den Sitz gestellt, so dass der Sitz plötzlich Feuer fing. Ich habe das schon als bedrohliche Situation erlebt, nachts mitten auf dem See auf einem brennenden Schiff zu sein.

Was ist dann passiert?

Das war eine sehr weite Einstellung, das heißt, das DLRG-Boot, das uns immer begleitet, war sehr weit weg. Die kamen dann und wir konnten das Feuer löschen.

Haben Sie das DLRG-Boot schon einmal wirklich gebraucht?

Wir hatten noch keine Not-Rettung, aber wenn wir Szenen drehen, wo Menschen verunglücken, also ins Wasser fallen oder als Wasserleiche im See treiben, dann ist das total schwer, sie aus dem Wasser zu ziehen. Menschen aus dem Wasser zu bergen ist ein enormer Kraftakt. Die sind sehr viel schwerer als man denkt. Da hilft uns die DLRG dann, die haben damit Erfahrung.

Ihre Freundin Daniela Dahlke ist tatsächlich Hauptkommissarin bei der Wasserschutzpolizei in Berlin. Hat Sie Ihnen Tipps für Ihre Rolle bei der „WaPo Bodensee“ geben können?

Ja, Daniela hat mich wunderbar im Einfühlen meiner Rolle als Hauptkommissarin bei der „WaPo Bodensee“ unterstützt und gibt mir heute noch wertvolle Tipps. Wir haben in Caorle auch die Kollegen der dortigen Wasserschutzpolizei kennengelernt und uns auf dem Boot ausgetauscht. Das war ein schönes Erlebnis für uns alle.

Wie fühlen Sie sich als Berlinerin am Bodensee?

Es ist unglaublich schön da. Ich habe am Anfang etwas gefremdelt, aber ich fühle mich wirklich total wohl dort. Die Menschen sind alle wahnsinnig nett und entgegenkommend. Man sieht dort nicht so viele mürrische Gesichter und unfreundliche Menschen wie in Berlin.

Was sagt Ihre Tochter zu Ihrer Rolle? Die ist doch sicher unglaublich stolz auf die Mama…

Meine Tochter kennt das ja gar nicht anders. Emily hat auch keine Zeit, fern zu sehen. Sie geht zur Schule und sie reitet sehr gerne und sehr viel. Sie ist ein echtes Pferde-Mädchen – wie die Mama auch. Ich denke, ihr sind meine Rollen relativ egal. Manchmal schaut sie mal einen Film von mir, manchmal nicht. Ich glaube nicht, dass sie explizit stolz auf mich ist, aber natürlich auch nicht das Gegenteil. Ich bin halt ihre Mutter und wir haben ein gutes Verhältnis zueinander. Es ist auch schön, dass wir das Reiten als gemeinsames Hobby haben.

Stimmt es, dass Sie 20 Jahre gar nicht auf einem Pferd saßen? Was war da passiert?

Ich bin früher als Kind und als junge Frau geritten und habe dann wirklich eine 20-jährige Pause gehabt. Das hatte aber nichts mit einem Sturz zu tun. Das Reiten ist auf der einen Seite ja auch ein sehr kostenintensives Hobby, andererseits hatte ich als junge Schauspielerin schon auch Sorge, dass mir etwas passieren könnte. Dass ich im schlimmsten Fall dann vielleicht nicht mehr arbeiten kann. Es steht ja auch in den Verträgen, dass man keine gefährlichen Hobbies haben sollte.

Wie kam es dazu, dass Sie dann doch wieder auf ein Pferd gestiegen sind?

Ich habe irgendwann festgestellt, dass das Leben endlich ist und dass ich mein Leben nicht verbringen möchte, ohne mein Lieblings-Hobby auszuüben. Und so kam es, dass ich 20 Jahre später wieder mit dem reiten angefangen habe.

Gab es ein Initial-Erlebnis, warum Ihnen plötzlich so bewusst wurde, dass das Leben endlich ist?

Ich glaube, dass es mein 40. Geburtstag war. Man wird ja nicht jünger und je älter man wird, desto mehr scheut man Risiken. Als ich dann wieder auf ein Pferd gestiegen bin, hat sich das angefühlt, wie nach Hause kommen. Es war ein unfassbarer Glücksmoment für mich, ich kann das gar nicht beschreiben. Das ganze war sogar ein Zufall, weil ich für einen Film reiten musste. Und ich habe dann sofort gesagt, dass ich weiter reiten will. In der Woche nach dem Dreh bin ich sofort wieder hingefahren. Ich hatte mich sozusagen schock-verliebt in das Pferd. Jetzt gehe ich mit meiner Tochter regelmäßig auf einen Reiterhof in Berlin.

Sie waren vor kurzem zum Event „Carlos André Cooking for Friends“ in Caorle bei Venedig eingeladen.  Wie steht es um ihre eigenen Kochkünste?

Ich bin keine begnadete Köchin, aber ich esse wahnsinnig gerne und das kann ich auch gut (lacht). Bei uns zuhause kocht mein Mann und zwar jeden Abend! Da habe ich richtig Glück. Ihm macht das wirklich Spaß. Schon als ich ganz klein war, habe ich mir immer gewünscht, mal einen Mann zu finden, der gut kochen kann. Und meiner kann es und er kocht auch total gerne für unsere Freunde. Ich darf dann aufräumen und wischen und saubermachen und das mache ich auch. Wenn ich tagsüber drehe, esse ich am Set. Da haben wir zur Zeit das beste Film-Catering der Welt. Die machen jeden Tag frisches Gemüse, haben immer Obst, aber manchmal gibt es auch Deftiges oder Süßes mit viel Zucker. Das brauche ich auch ab und zu.

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